Greenshop, 24.03.2026
Goodbye Anja
Wir sagen Danke für über 6300 Tage voller Lebensfreude, Tatkraft und mitreissender Energie.
Nach über 17 Jahren geht Anja Bausch, Ladenleiterin vom sahara Greenshop, neue private und berufliche Wege. 2008 fing die Gastronomin als Detailhandel-Greenhorn bei uns an, bereits nach kurzer Zeit hat sie durch ihre prägnante und packende Art ihre erste Stammkundschaft aufbauen können. Ihre Leidenschaft für die Produkte, ihr Gespür für die Kundinnen und Kunden und ihr Engagement für die Teilnehmerinnen und Lernenden waren eine Bereicherung für den Greenshop. Stets hat sie frische Akzente gesetzt: Hat neue Lieferanten an Bord geholt, diverse Degustationen, Aktionen und Anlässe durchgeführt, die Waren und Schaufenster gluschtig präsentiert. Und gleichzeitig konnte sie Ruhe und Präsenz ausstrahlen, im grössten Trubel hatte sie immer noch ein offenes Ohr für Kolleginnen und Teilnehmerinnen und für die Kundschaft sowieso.
Anja, du hattest weder Erfahrung im Detailhandel noch in der agogischen Begleitung, wie kam es überhaupt zu deiner Bewerbung bei sahara?
Das ist eine Geschichte, wie sie das Leben schreibt. Ich war jahrelang selbständige Gastronomin, habe damals ein eigenes Restaurant in Frankreich geführt. Meine private Situation hatte sich geändert, ich hatte zwei kleine Kinder und wollte unbedingt zurück in die Schweiz. Ich musste eine Lösung finden. Dann habe ich meiner Kundschaft vom Restaurant ein Mail geschrieben.
Und dann kam Erika ins Spiel?
Genau, Erika Kaufmann kam damals öfter zu mir ins Restaurant und sie schickte mir das Stelleninserat vom Greenshop. Mein erster Gedanke war «Das passt überhaupt nicht auf mich, ich kann das ja alles nicht. Aber Erika kennt mich ja, wenn sie mir das zutraut, dann bewerbe ich mich». Am Tag meines Bewerbungsgesprächs habe ich abends die Zusage für eine andere Stelle erhalten, die meinem Profil viel besser entsprach. Aber es hat mich zu sahara gezogen, ich wollte in eine soziale Richtung und wusste, dass ich hier arbeiten möchte. Darum habe ich kurzerhand den anderen Job abgesagt. Bis zur Zusage von sahara habe ich dann ganz schön geschwitzt, aber das Universum hat es gut mit mir gemeint und so nahm es 2008 seinen Lauf (lacht).
Wie ist dir der Einstieg gelungen?
Die Parallelen Gastronomie und Einzelhandel sind gross – es geht um die Bedürfnisse der Gäste, der Kundschaft, du musst verstehen, was sie brauchen. Das ist mir sehr leicht gefallen, denn ich arbeite gerne mit Menschen zusammen und gehe gerne auf sie zu. Aber das Verständnis für den Detailhandel, die Warenbewirtschaftung und natürlich der ganze Bereich der Arbeitsintegration, da haben mich Franziska Schweizer und Ayse Oener sehr unterstützt. Sie waren damals schon bei sahara und wir haben es sehr gut zusammen gemacht. Jetzt sind wir die drei Oldtimerinnen (lacht).

Was sind die Highlights bei sahara?
Zum einen der Job an sich – ich konnte hier viel bewirken und ausprobieren und ich hatte einen grossen Freiraum, das schätze ich sehr. Dann das soziale Frauenprojekt als solches – wir sind für die Teilnehmerinnen und Lernenden vor Ort da und haben gleichzeitig die Verbindungen zu Lieferantinnen im Weltsüden und zu sozialen Werkstätten in der Schweiz. Die nachhaltigen Produkte, die ich seit jeher liebe und auch lebe. Und dann natürlich die vielen Begegnungen mit den Kundinnen und Kunden. Und was mich sehr berührt hat, war die Solidarität und Unterstützung unserer Stammkundschaft während Corona. Die ganze Reise bei sahara ist für mich das Highlight.
Dein persönliches «must have» aus dem Greenshop?
Der Bio-Balsamico von Terra Verde ist mein absolutes Lieblingsprodukt. Ich habe alle drei Sorten daheim. Balsamico, ein gutes Olivenöl und dazu ein Kräutersalz– so mache ich im Handumdrehen ein super Salatdressing.
Was braucht es aus deiner Sicht in Zukunft für sahara?
Das Konzept von sahara ist nachhaltig und funktioniert, darum gibt es uns auch schon seit 30 Jahren. Das ist ein grosser Erfolg, andere Geschäfte kommen und gehen. Vielleicht kann sahara noch etwas moderner und jugendlicher werden. Wichtig bleibt auf jeden Fall, weiterhin nach den eigenen Werten zu leben und diese nach aussen sichtbar zu machen.

Wir danken Anja von Herzen für die langjährige Zusammenarbeit und die unvergesslichen gemeinsamen Erlebnisse und wünschen ihr alles Gute für ihre private und berufliche Zukunft.







